Typisch Eiderstedt


article thumbnail
Tauteiche
Eine Besonderheit der Landschaft Eiderstedt sind die sogenannten Tauteiche, die, um Süßwasser zu gewinnen,
weiter...

Essen + Trinken


article thumbnail
Hotel Godewind - Fischrestaurant und Café
Um den historischen Tönninger Hafen stehen dicht aneinander g
weiter...

Wetter auf Eiderstedt

An error occured during parsing XML data. Please try again.
travelchannel - tested for happiness
PDF Drucken E-Mail

Daten und Fakten – Tönning

Geografie und Verkehr
Tönning liegt in der Eider-Treene-Niederung direkt am Ufer der Eider, dem zweitgrößten Fluss in Schleswig-Holstein. Bei Tönning geht die Untereider in den eigentlichen Mündungsbereich, den Purrenstrom über. Die Stadt ist die größte Stadt der Halbinsel und frühere Kreisstadt des ehemaligen Landkreises Eiderstedt. Die Eider war als Grenze zwischen Schleswig und Holstein jahrhundertelang ebenfalls die Grenze zwischen dem Heiligen Römischen Reich und Dänemark. Tönning war also sehr lange eine dänische Grenzstadt, auch wenn dies bis ins 18./19. Jahrhundert nur eine untergeordnete Rolle spielte, da die grenzüberschreitende und wechselnde Herrschaft des dänischen Königs und verschiedener Schleswig-Holsteinischer Adelshäuser praktisch von weit größerer Bedeutung war.

Mit zum Stadtgebiet gehört das Naturschutzgebiet Katinger Watt, welches durch den Bau des Eidersperrwerks entstanden ist. Es ist das einzige größere Waldgebiet der schleswig-holsteinischen Marsch. Die Stadt Tönning ist über die Bahnstrecke Husum–Bad St. Peter-Ording an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Bahnlinie wird von der Nord-Ostsee-Bahn betrieben und bietet stündliche Verbindungen sowohl in Richtung Bad St. Peter-Ording als auch nach Husum.

Den Hafen, einst Tönnings wirtschaftliche Lebensader, betreibt heute ein Segelverein. Bis auf wenige Fischkutter ist er ein reiner Sportboot- und Freizeithafen geworden. Die Bundesstraße 5 verläuft auf einer Klappbrücke über die Eider und verbindet Eiderstedt mit Dithmarschen. Bis zum Bau des Eidersperrwerks 1973 war sie die mündungsnächste Möglichkeit, die Eider zu überqueren.

Geschichte
Die Tunnighen haeret (Harde) wurde erstmals 1187 erwähnt, bereits 1186 wird die künftige St. Laurentius-Kirche gegründet. Man weiß, dass Bischof Waldemar in diesem Jahr von dem Ort die an die Kirche zu leistenden Zehnten forderte. 1414 brannten die Dithmarscher Tönning nieder. In den Jahren 1580 bis 1583 entstand unter Herzog Adolf von Schleswig-Holstein-Gottdorf das Tönninger Schloss. Adolf war erster Herzog des neu gegründeten Herzogtums Schleswig-Holstein-Gottorf, im Rahmen dessen baute er das Schloss vor Husum und etwas später das prächtigere Tönninger Schloss.

Tönnings Blüte als Stadt begann, als Einwanderer aus den Niederlanden für einen starken wirtschaftlichen Aufschwung in den Dreilanden sorgten. Sie führten vor allem die Käseproduktion im großen Stil ein; Tönning wurde wichtigster Ausfuhrhafen. Im Rekordjahr 1610 gingen drei Millionen Pfund Käse durch den Tönninger Hafen. Im Schnitt der Jahre 1607 bis 1624 waren es 2,7 Millionen Pfund jährlich.

Die Kleinstadt Tönning (Stadtrecht seit 1590) war Gerichtsort für den Ostteil Eiderstedts, ab 1630 tagte hier auch die Eiderstedter Landesversammlung. Herzog Adolf von Schleswig-Holstein-Gottdorf baute die Verkehrswege aus. Während Tönning aus dem Hinterland vorher nur über Kleiwege erreichbar war, die bei Nässe unpassierbar wurden, baute er kleinere Kanäle nach Garding (Süderbootfahrt von Garding nach Katingsiel mit Abzweig nach Tönning) und nach Tetenbüll (Norderbootfahrt), während gleichzeitig bessere Entwässerungstechniken in der Gegend die Erträge der Landwirtschaft verbesserten. Im 17. Jahrhundert passierten jährlich 60.000 Pfund Weizen den Hafen, dazu kamen größere Mengen lebender Tiere, Fleisch und Wolle. Der Hafen wurde 1613 in seiner heutigen Form gegraben. Er bot einen Anlegeplatz für die Schiffe, die Eiderstedts landwirtschaftliche Produkte nach ganz Westeuropa brachten.

Die Burchardiflut 1634 zerstörte 15 Gebäude und vernichtete 34 Menschenleben. Aber schon 1644 hatte sich die Stadt erholt. Tönning war von 1644 bis 1675 und erneut von 1692 bis 1714 Festungsstadt. Nach den Erfahrungen des Dreißigjährigen Krieges baute der Gottorfer Herzog Friedrich III. Tönning zur Festungsstadt aus. Unter Aufwendung von 30 Tonnen Gold wurden regelmäßige Bastionen sowie mehrere "bombensichere" Gewölbe erbaut und die Festung mit drei Toren, dem Oster-, Norder- und Westertor versehen. Im Süden bildete der Eiderstrom sowohl Tor als auch Abwehr. Der eigentliche Sitz der Gottorfer in Gottorf lag entlang des großen Heerwegs durch Schleswig-Holstein und war so bei jeder kriegerischen Auseinandersetzung stark gefährdet. Erste Planungen, eine Ausweichresidenz auf der Insel Strand zu bauen, zerschlugen sich, als diese bei der Zweiten Groten Mandränke im Meer versank.

Noch im Dreißigjährigen Krieg zog Herzog Friedrich III. nach Tönning und begann die Stadt zur Festung auszubauen. Zusammen mit der Rödemiser Schanze im Norden, Tielener, Sorgen- und Holmer Schanze im Osten sowie der südlich gelegenen Hamhus entstand so eine umfangreiche Festungsanlage. Sowohl das Herzogtum als auch die Bewohner Eiderstedts und der verbündete schwedische König zahlten den Bau der Festung.

Im Großen Nordischen Krieg zwischen Schweden und Gottorf auf der einen und Dänemark, Russland, Polen und Sachsen auf der anderen Seite spielten sich die entscheidenden Schlachten im Gottorfer Raum in Tönning ab. 1700 marschierte der dänische König Friedrich IV. in Gottorf ein und belagerte die Festung. Sie wurde in dieser Zeit von mehreren tausend Artilleriegeschossen getroffen, die große Verwüstungen anrichteten, konnte aber gehalten werden, bis der schwedische Einmarsch in Gottorf sie noch 1700 befreite.

Ein ehemaliger Speicher, das große Packhaus, erinnert an die Zeit des Schleswig-Holsteinischen Kanals. Der zwischen Rendsburg und Kiel gebaute Kanal verband über die Eider erstmal die Nord- mit der Ostsee über eine Verbindung, die für Seeschiffe passierbar war. Tönning als letzter Hafen vor der offenen Nordsee profitierte durch Schiffe, die hier anlegten, und sich für die weitere Fahrt durch die Nordsee oder den Kanal und die Ostsee ausrüsteten. Unmittelbar im Anschluss an den Kanalbau entstanden eine Lohgerberei, eine Reepschlägerei, Stärkefabriken, zwei Brauerein und eine Ziegelei. Die Tönninger Händler selbst besaßen zwar keine Schiffe, waren aber erfolgreiche Schiffsaufkäufer und -makler.

Eine kurze Blüte erlebte die Stadt während der Elbblockade durch die Briten und der folgenden Kontinentalsperre Napoleons. Tönning lag im neutralen Dänemark und war so nicht von der Kontinentalsperre betroffen. Zwischen 1803 und 1807 landete der gesamte für Hamburg bestimmte Verkehr in Tönning, wo ihn die Kaufleute über Land weitertransportierten. Ab 1805 nutzte auch die Niederländische Ostindien-Kompanie den Kanal und den Hafen für ihre Transporte nach Kopenhagen und in den Ostseeraum. Die Stadt selbst musste sich erst auf diesen Ansturm vorbereiten.

Tönnings Stellung als wichtiger Durchgangshafen endete, als 1895 der Kaiser-Wilhelm-Kanal (heute: Nord-Ostsee-Kanal) eröffnet wurde, der die Schiffe über die südlicher gelegene Elbe und nicht mehr die Eider in die Nordsee führte. Mit der Fertigstellung des Eidersperrwerks 1972 verlor der historische Hafen Tönning seine Bedeutung als Fischereihafen, da fast alle Fisch- und Krabbenkutter dorthin verlegt wurden. Der dortige Fischereihafen befindet sich aber auch auf Tönninger Stadtgebiet. Während die Rolle des Hafens immer mehr zurückging, etablierte sich der Tourismus als neues ökonomisches Standbein der Stadt.

Wappen
In Rot auf blau-silbernen Wellen im Schildfuß schwimmend eine liegende goldene Tonne, auf der ein schwarzbewehrter silberner Schwan mit erhobenen Flügeln steht. Das Wappen beruht auf der Sage, dass Tönning an der Stelle gegründet wurde, wo ein auf einer Tonne stehender Schwan an Land getrieben wurde.

Berühmte Tönniger
Friedrich von Esmarch (1823 - 1908), Arzt und Erfinder u. a. des Eisbeutels


Esmarch-Denkmal in Tönning

Basisdaten

Wappen:
Koordinaten:54° 19′ N, 8° 57′ O
Bundesland:Schleswig-Holstein
KreisNordfriesland
Amt:Eiderstedt
Höhe:2 m ü. NN
Fläche:44,41 km²
Einwohner:4.936 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte:111 Einwohner je km²
Postleitzahl25832
Vorwahl:04861, 04862
Adresse der Amtsverwaltung:Welter Str. 1, 25836 Garding